Euro Vorteile

Die Falschmeldung

Die AfD bezweifelt, dass Deutschland der große Profiteur der EU ist. Sie behauptet, die deutschen Haushalte zählten zu den ärmsten in der Euro-Zone und die Vermögen der Deutschen würden wegen des Euro dahinschmelzen. Sie beruft sich dabei auf eine Studie der Europäischen Zentralbank (EZB).

(Alice Weidel, MdB, AfD-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag am 11.09.2018)

Die Tatsachen

Verantwortlich für den niedrigen durchschnittlichen Vermögensstand der deutschen Haushalte innerhalb der Euro-Zone ist die Tatsache, dass in dieser Studie die Renten- und Pensionsansprüche  der Deutschen nicht in den Vergleich mit einbezogen sind. Eine DIW-Studie aus dem Jahr 2016 kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass sich das mittlere individuelle Nettovermögen in Deutschland bei Einbeziehung gesetzlicher Renten- und Pensionsansprüche fast versechsfachen würde.

Ein weiterer Grund besteht darin, dass die Haushalte in anderen Staaten wesentlich häufiger  Immobilien besitzen, Deutschland hingegen ist noch überwiegend das Land der Mieter. Ferner legen viele Deutsche ihr Geld traditionell auf einem Spar- oder Festgeldkonto an oder in Lebensversicherungen; in anderen Staaten wird mehr Geld auf dem Kapitalmarkt angelegt. Verantwortlich dafür ist allerdings nicht die EZB, sondern die freie Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger.

Während in den anderen untersuchten Euro-Ländern zwischen 2010 und 2014 das durchschnittliche Vermögen um knapp 10 % gefallen ist, stieg das Vermögen in Deutschland um 2,4 %. Deutschland hat beim durchschnittlichen Haushaltsvermögen dank seiner guten wirtschaftlichen Entwicklung beträchtlich aufgeholt.

Diese Unterschiede sind nicht auf den Euro zurückzuführen. Der Euro bringt wirtschaftliche Vorteile für Bürger, Unternehmen und Mitgliedstaaten. Deutschland als größte Volkswirtschaft im EU-Raum profitiert am meisten vom Euro. Die Eurozone ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Der Euro bringt Vorteile im Handel mit den Euro-Mitgliedstaaten und sorgt für ein starkes Gewicht der Europäischen Währung in der Weltwirtschaft.  Im Jahre 2017 exportierte Deutschland 35 % seiner gesamten Warenexporte in die Eurozone. Zu den Vorteilen des Euro zählen auch stabilere Preise für Verbraucher. Die durchschnittliche Preissteigerungsrate betrug in Deutschland zwischen 1982 und 1999 2,2 Prozent und zwischen 2000 und 2017 durchschnittlich 1,7 Prozent. Durch den Abbau von Handelshindernissen und die Verminderung von Transaktionskosten fördert die gemeinsame Währung den europäischen Binnenmarkt und stärkt damit auch Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in allen EU-Mitgliedstaaten.

(Auskunft des Bundesfinanzministeriums vom 22.10.2018)

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